Zustand ehemals

Nach langer Suche nach einem passenden Grundstück wurde die Kirche am Beginn des 20. Jahrhunderts auf problematischem Untergrund errichtet. Hangaufwärts war sie auf Fels fest gegründet, während hangabwährts relaitv lockerer Schwemmboden vorhanden war. So blieb es nicht aus, dass sich im Laufe der Jahre Schäden an der gesamten Konstruktion bemerkbar machten.

1999/2000 wurden nach einem Wasserleitungsschaden im Untergrund Sanierungsarbeiten unter den Fundamenten der Westwand durchgeführt. Wasser und Zement wurden von einer Fachfirma unter Druck in den Untergrund gespült (HDI-Verfahren), um dort mit dem bereits vorhandenen Boden zu einer tragfähigen Gründung zu erhärten. Nach Abschluss der Arbeiten kam es nach einiger Zeit zu starken Rissbildungen im Kirchbau. Langwierige Untersuchungen ergaben, dass sich die Westwand etwas angehoben und in Richtung Westen verschoben hatte.

Ein Gutachter (Prof. Katzenbach, TU Darmstadt) kommt zu dem Schluss, dass „sekundäre Ettringitbildung“ den unter den Fundamenten eingebrachten Beton nachträglich hat aufquellen lassen. Ettringit ist ein nach seinem ersten Fundort Ettringen bei Mayen benanntes sulfathaltiges Mineral, das sich – vergleichbar mit Eiskristallen – bei seiner Entstehung ausdehnt und damit auch bereits erhärteten Beton zum unerwünschten Quellen bringen kann.

Warum dieses an sich bereits seit langem bekannte und an anderer Stelle sogar gezielt eingesetzte Phänomen hier aufgetreten ist, ist laut Gutachten weder zu erklären noch für vergleichbare Fälle sicher zu vermeiden. Daher kann den am Bau Beteiligten kein schuldhaftes Versagen nachgewiesen und auch keine Versicherung in Anspruch genommen werden.

Konsequenz: Die Kirchengemeinde muss die Kosten der Schadensbeseitigung selbst tragen.

So wurde in leitenden Kirchenkreisen sogar diskutiert, die Kirche sich mehr oder weniger sich selbst zu überlassen und einen gezielten Verfall herbeizuführen, der dann mit dem Abriss des Gebäudes enden sollte.