Was wollen wir

Warum setzen wir uns für diese Kirche ein?

Sie ist mit ihrem lichten hohen Zentralbau auf die sakralen Umgangsformen in Predigt, Gesang, Gebet und Tischgemeinschaft eingerichtet. Als Ort religiöser Sammlung und Einkehr entspricht sie unserem seit langem geprägten Bedürfnis nach Festlichkeit und Ritus. Schließlich lieben wir unsere Kirche, in der wir getauft, konfirmiert oder getraut worden sind und sehen in ihr eine Begegnungsstätte bekennender Christen mit Gott. Für diesen ganz persönlichen Bezug gibt es unseres Erachtens keinen Ersatz.

Die Pfaffendorfer Evangelische Kirche war ursprünglich das religiöse Zentrum unserer Gesamtgemeinde. Sie ist das älteste Gotteshaus auf der rechten Rheinseite von Koblenz und das öffentlich sichtbare Zeichen für die Zusammengehörigkeit der hier lebenden Protestanten. Auch wenn hier wegen der Bevölkerungszunahme nach dem letzten Krieg drei Pfarrbezirke eingerichtet wurden, ist deren Einheit als Gesamtgemeinde noch deutlich spürbar und geprägt durch ihre Organisation, durch gemeinsame Finanzen, durch ein gemeinsames Presbyterium und einen gemeinsamen Pfarrdienst. Diese Einheit repräsentiert heute noch deutlich erkennbar unsere gemeinsame Pfaffendorfer „Mutterkirche".

Die Pfaffendorfer Evangelische Kirche ist zudem ein kostbares, sichtbares Vermächtnis christlicher Glaubenstradition, das wir bewahren möchten. Eingeengt zwischen der Auffahrrampe zur Pfaffendorfer Brücke und der Emser Straße steht sie auf einem schmalen Hanggrundstück. Die daraus erwachsenden hohen Anforderungen an einen Kirchenbau hat ihr Architekt Erhardt Müller mit den Mitteln des Historismus seiner Zeit hervorragend erfüllt. Die wohltuende Abstimmung seiner Proportionen aufeinander und seiner Farbgebung durch unterschiedliche heimische Materialien, sowie das Nebeneinander von gedrungener Gediegenheit und aufwärtsstrebender Leichtigkeit passen den Bau in die natürlichen Vorgaben der Rheinlandschaft vorzüglich ein. Die Kirche ist ein unverzichtbares Kennzeichen dieser Tallandschaft und ein integrierter Teil ihres Charakters als Weltkulturerbe (nach Liessem, Baudenkmäler in Pfaffendorf. Ausgewählte Beispiele aus 9 Jahrhunderten.
 Hrsg. SPD Orts-Verein Koblenz-Pfaffendorf, Koblenz 1988).